Regionale Energie für Greifswald

von Christian Radicke (Kommentare: 1) Permalink

Blockheizkraftwerk der Stadtwerke Greifswald

Die Bürgerschaft entscheidet heute über den Strombezug für die öffentlichen Gebäude und die Straßenbeleuchtung. Die Verwaltung schlägt den Einkauf von Strom vor, der von einem Wasserkraftwerk in Österreich in das europäische Verbundnetz eingespeist wird.

Die Bürgerliste Greifswald favorisiert dagegen den Einkauf von KWK-Strom (Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung), der von den Greifswalder Stadtwerken erzeugt wird. Mit einem vergleichsweise geringen Aufpreis (ca. 10.000 Euro bei 1.2 Mio. Gesamtausgaben) kann damit die CO2 Emission um 60% gegenüber Normalstrom verringert werden. Das sind mehr als 1900 Tonnen CO2 Einsparung pro Jahr. Ein großer Teil der Wertschöpfung findet regional in den Greifswalder Stadtwerken statt.

Wasserkraft aus Österreich ist teurer (ca. 35.000 Euro jährlicher Aufpreis), vermeidet dafür aber ganz die CO2 Emission. Es werden ca. 3100 Tonnen CO2 eingespart. Dieser Vorteil ist im Vergleich zwischen KWK und Wasserkraft teuer erkauft: Rechnet man die Mehrkosten auf die verringerte Menge des Treibhausgases CO2 um, kostet die Einsparung einer Tonne CO2 mit KWK ca. 5,08 Euro, mit zertifizierter Wasserkraft 11,08 Euro.

Der Spagat der Entscheidung besteht in der Wahl zwischen der maximalen Einsparung von CO2 (um fast jeden Preis) oder der maximalen Effizienz der eingesetzten Gelder. Gut, wenn die regionale Lösung wirtschaftlicher ist und gleichzeitig über 60% die CO2 Emission reduzieren kann.

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